

Bevor ich nach Kolumbien zog, wusste ich gar nicht, was richtiges Streetfood ist. In meiner Heimatstadt Hueytown, Alabama, gab es keine Streetfood-Kultur, und selbst in Birmingham, Alabama – der größten Stadt Alabamas – entwickelte sich eine ausgeprägte und vielfältige Streetfood-Szene erst in den letzten zehn Jahren. Deshalb bin ich etwas verwöhnt von all dem leckeren und günstigen Essen, das man in Kolumbien an jeder Straßenecke findet. Heute möchte ich euch einige der beliebtesten Streetfood-Gerichte Kolumbiens vorstellen, ihre Preise und wo ihr sie findet.
Empanadas gehören zu den beliebtesten Streetfoods in Kolumbien . Diese kleinen Teigtaschen aus weißem oder gelbem Maismehl sind mit den unterschiedlichsten Füllungen erhältlich, von Rind- oder Hühnerfleisch über Kartoffeln und Käse bis hin zu Reis und Hackfleisch. Empanadas findet man in fast allen größeren Städten Kolumbiens. Ein Tipp: Kaufen Sie am besten frisch frittierte Empanadas und meiden Sie solche, die schon länger herumstehen.
Ein weiteres beliebtes und weit verbreitetes Streetfood ist Salpicón, in Bogotá auch Tutti-Frutti genannt, an der Karibikküste . Es handelt sich um eine Art Fruchtsalat mit fein gehackten Wassermelonen-, Papaya-, Bananen- und Ananasstücken sowie gegebenenfalls Apfel- und Mangostücken. Die kleinen Fruchtstücke werden mit dem jeweiligen Fruchtsaft in einem Becher angerichtet. Salpicón ist in verschiedenen Portionsgrößen erhältlich und kostet je nach Größe zwischen 500 und 1.000 Pesos. Besonders sonntags findet man Salpicón häufig in der Nähe von Parks und entlang der Ciclovía-Route in Bogotá.

Das wohl traditionellste Streetfood Kolumbiens ist die Arepa . Es gibt mindestens zehn verschiedene Arepa-Varianten in Kolumbien, wenn nicht sogar deutlich mehr! Man kann unmöglich nach Kolumbien reisen, ohne Arepas auf der Straße zu sehen. Und obwohl es viele verschiedene Sorten gibt, werden sie alle aus Maismehl – weißem oder gelbem – hergestellt. Manche sind dicker, manche flacher, manche süßer, manche salziger, manche mit Käse, andere ohne, und manche enthalten sogar kleine Schweinefleischstücke. An der Karibikküste findet man auf der Straße meist eine dickere Variante der Arepas aus weißem Maismehl. Sie sind oft mit geschmolzenem Käse gefüllt oder belegt und werden mit reichlich Butter und einer Prise Salz bestrichen. Außerdem werden sie meist in Kochbananenblättern gebacken, damit sie nicht anbrennen und saftig bleiben. Diese leckeren, herzhaften Köstlichkeiten kosten etwa 1.000 Pesos und müssen frisch vom Grill gekauft werden. In Bogotá findet man Arepas aus gelbem Maismehl häufiger als solche aus weißem Maismehl. Auch diese werden mit geschmolzenem Käse, Butter und Salz serviert.
Eine weitere salzige Streetfood-Spezialität, die man nur an der Karibikküste findet, ist die Carimañola. Man könnte sie als Maniok-Krapfen oder als Empanada beschreiben, die aus Maniokmehl statt Maismehl hergestellt wird. Sie hat die gleiche Halbmondform wie eine Empanada und wird frittiert, nicht gebacken. Carimañolas gibt es mit den unterschiedlichsten Füllungen, von Käse über Rinderhackfleisch bis hin zu Hühnchen. Und während Empanadas normalerweise mit Ají (einer scharfen kolumbianischen Paprikasauce) serviert werden, isst man Carimañolas üblicherweise mit Suero – einer handgemachten Sauerrahmspezialität, die an der kolumbianischen Karibikküste beheimatet ist und von dort stammt.
Obleas sind ein traditionelles, süßes Streetfood, das man in den meisten größeren Städten Kolumbiens findet, darunter Bogotá, Medellín und Barranquilla. Eine Oblea ist im Grunde eine riesige, dünne Waffel, die entweder mit einer leckeren Zutat belegt oder mit einer zweiten Waffel kombiniert wird, wobei sich die Beläge zwischen den beiden befinden. Als Beläge stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, darunter Arequipe (Karamell), Mora (Brombeersauce), Ananassauce, Crema de Leche (Sahne), Käse und Kokosraspeln.

Eine weitere süße Streetfood-Spezialität, die man in Kolumbien findet, ist Coco Frito (frittierte Kokosnuss). Ich habe sie bisher nur in Bogotá gesehen, aber man findet sie wahrscheinlich auch in anderen Städten. Wie der Name schon sagt, besteht Coco Frito aus frittierten Kokosnussstücken, die in einer Papiertüte verpackt sind. Auch wenn diese Streetfood-Spezialität auf den ersten Blick nicht besonders appetitlich klingt.
Jetzt, wo Ihnen wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammenläuft, überlasse ich es Ihnen, Ihr nächstes Abenteuer zu planen, um kolumbianisches Streetfood zu probieren!
Share with your traveller friends!


