

Ein Tagesausflug in den Parque Chicaque nahe Bogotá, Kolumbien, hatte mich zuvor so sehr begeistert, dass ich unbedingt mehr von seiner Naturschönheit erleben wollte. Anstatt also nur ein paar Stunden in dem üppigen Nebelwald südlich von Bogotá zu verbringen, beschloss ich, einen Kurztrip zu unternehmen und im Park zu übernachten, um seine volle Pracht zu genießen.
Der Kurztrip begann, als mein Freund und ich in Bogotá in den Shuttlebus stiegen. Hoch aufragende Apartmentgebäude und dichter Verkehr wichen sanften Hügeln. Die Fahrt dauerte nur etwa 40 Minuten.
Bei unserer Ankunft hüllte uns dichter Dunst ein, als wären wir in einem Horrorfilm, doch die Atmosphäre war friedlich und ruhig. Der Abstieg vom Besucherzentrum des Parque Chicaque zur Lodge, in der wir übernachteten, dauert etwa 30 Minuten. Ich halte uns beide für relativ fit, aber schon nach wenigen Minuten auf dem steilen Pfad waren wir völlig außer Atem. Der Weg zur Lodge ist größtenteils steinig, daher sind festes Schuhwerk unbedingt empfehlenswert.
Schlammig, aber glücklich erreichten wir endlich die Lodge. Selbst wenn man nicht dort übernachten möchte, sollte man sich die Lodge, oder „el Refugio“ auf Spanisch, unbedingt ansehen. Das gesamte Gebäude steht auf Stelzen und wird auf der einen Seite von einem Berg überragt, während es auf der anderen Seite hoch über die Baumwipfel ragt. Die hohen Holzdecken und der riesige Kamin im Speisesaal verleihen dem Gebäude eine Gemütlichkeit, die an eine Hütte in Aspen erinnert.
Zur Mittagszeit herrschte im Speisesaal reges Treiben. Hungrige Gäste und das Servicepersonal servierten köstliche traditionelle kolumbianische Gerichte und erfrischende Säfte. Unsere Übernachtung beinhaltete drei Mahlzeiten, aber viele Wanderer aßen in der Lodge zu Mittag, bevor sie am späten Nachmittag nach Bogotá zurückkehrten.
Nachdem wir den Abend auf dem hölzernen Balkon, der die Lodge umgibt, verbracht hatten, zogen wir uns in unser Zimmer zurück. Da der Handyempfang schlecht war, verbrachten wir die Nacht lesend unter einem Moskitonetz, während Motten versuchten, durch das Netz zu gelangen.
Der nächste Tag begann mit einem köstlichen kolumbianischen Frühstück: herzhafte Suppe, Arepas, heiße Schokolade, Kaffee und reichlich Käse. Der Parque Chicaque bietet sieben Wanderwege, sodass es kein Problem war, nach dem Frühstück weitere Pfade zu erkunden. Dank einer aufregenden Seilrutsche genossen wir außerdem einen atemberaubenden Blick über die Baumwipfel.
Als es Zeit war, den Park zu verlassen und nach Bogotá zurückzukehren, ritten wir auf Pferden, anstatt den steilen Pfad zurück zum Besucherzentrum zu wandern. Die Pferde waren etwas ungestüm, aber wir kamen wohlbehalten an.
Der Chicaque Park ist ein großartiger Ort, um einen Tag mit Wandern, Vogelbeobachtung oder sogar zum Übernachten zu verbringen.
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