

Ostern wird in Kolumbien ganz anders gefeiert als in den USA oder Großbritannien. Die meisten Kolumbianer feiern nämlich gar nicht das eigentliche Osterfest, sondern die Zeit vor Ostersonntag. In diesem Beitrag möchte ich genauer erklären, was die meisten Kolumbianer in der „Osterzeit“ feiern.
Die Osterzeit beginnt in Kolumbien offiziell nach dem Karneval, wie in den meisten christlichen und katholischen Gesellschaften weltweit. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit (spanisch: „la Quaresma“). Obwohl viele Kolumbianer die Fastenzeit nicht ernst nehmen, trifft man durchaus auf gläubige Katholiken, die während der Fastenzeit auf etwas verzichten, sei es auch nur darauf, freitags kein Fleisch zu essen. Und selbst wenn sie die Fastenzeit nicht begehen, wissen die meisten Kolumbianer zumindest, was die Fastenzeit ist und dass sie stattfindet.
Das größte Fest der Osterzeit ist die Semana Santa, die Karwoche. Für manche Kolumbianer ist die Karwoche tatsächlich eine ganze Woche „Ferien“. So haben beispielsweise Schüler und Lehrer die ganze Woche frei. Für andere hingegen sind nur Gründonnerstag und Karfreitag offizielle Feiertage.
Am Gründonnerstag und Karfreitag werden Sie in Kolumbien kaum etwas geöffnet finden. Das heißt aber nicht, dass alle in der Messe oder in einer Kirche sein werden – es bedeutet lediglich, dass Sie sich in einem katholischen Land befinden, in dem diese beiden Tage nationale Feiertage sind. Dennoch gibt es viele Kolumbianer, die an diesen Tagen die Messe besuchen, und viele, die am Gründonnerstag und Karfreitag verschiedene Kirchen oder wichtige Altäre aufsuchen.
Für die meisten Kolumbianer ist die Karwoche eine Auszeit. Man könnte fast sagen, sie ist für viele wie die Frühlingsferien, aber nicht nur für Studenten – sondern für alle. Die meisten Kolumbianer planen ihren Familienurlaub während der Karwoche, und viele der größeren Städte Kolumbiens sind in dieser Zeit relativ leer, da die meisten Menschen die Feiertage nutzen und in die USA, andere lateinamerikanische Länder oder andere Städte und kleinere Orte in Kolumbien reisen.
Ein beliebter Plan vieler Kolumbianer ist es, in kleinere Städte Kolumbiens zu reisen, wo die älteren und religiöseren Traditionen der Karwoche noch gepflegt werden. Dort kann man noch Karwochenprozessionen erleben, typische Karwochensüßigkeiten probieren und die traditionelle Karwochendekoration in den Kirchen bewundern. Zu den bekanntesten Orten für die Karwochenfeierlichkeiten zählen Städte wie Popayán, Tunja und Mompox.
Trotz all dem unternehmen die meisten Kolumbianer am Ostersonntag selbst nichts Außergewöhnliches. Einige besuchen zwar die Messe, aber das ist nichts im Vergleich zu den Feierlichkeiten in den USA oder Großbritannien. Man sieht weder Osterkörbe noch gefärbte Ostereier oder österliche Süßigkeiten. Viele Kolumbianer sind überrascht, wenn ich ihnen die zahlreichen Traditionen rund um den Ostersonntag in den USA erkläre. Sie sind auch erstaunt, dass Gründonnerstag und Karfreitag in den USA keine nationalen Feiertage sind.
Auch wenn die Kolumbianer Ostern vielleicht nicht auf die gleiche Weise feiern wie andere, wissen sie definitiv, wie man die Karwoche feiert und genießt!
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